Super League – Super Pleite

Was macht man, wenn einem das Wasser finanziell bis zum Hals steht? Ganz einfach. Man sucht sich einen der die Rechnung zahlt. So ähnlich dürften die Eigentümer einiger europäischen Fußball-Klubs gedacht haben. Ihr Plan: Wir gründen einen Super League und schwupp sind alle (Geld)Sorgen weg. Die Top 12 vereinigen nicht weniger als sage und schreibe 3,5 Milliarden Euro Schulden bei ihren Gläubigern. Unangefochtene Spitzenreiter sind Chelsea (1,51 Milliarden), Tottenham Hotspurs (1,28 Milliarden) und Real Madrid (900 Millionen). 

Was für ein Geschäftsmodell bei dem Geld wie in einer Müllverbrennungsanlage durch den Schornstein gejagt wird. Was läuft hier schief fragst du? Wer sind die Gewinner? Sicherlich nicht der brave steuerzahlende Bürger rund um den Globus. 

JP Morgan kam mit seinen angekündigten 3,5 Milliarden Euro als Super League Geburtshelfer gerade recht. Die mit einer gigantischen Bilanzsumme von 2.600 Milliarden ausgestattete US-Börsenspieler, sind Dank auch sprudelnden Geldquellen der Staaten ständig auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten, sei es um Steuern zu sparen. Werte des Sports sind da nicht wichtig, sei es, dass sie den Share Holder Value befriedigen. In den USA klappt das im Profisport schon prächtig. Ob Football, Baseball oder Basketball alles fest in der Hand von privaten Investoren. Abstieg, Aufstieg, Spannung nicht so wichtig. Hauptsache der Rahmen im TV und Netz passt, um zu verkaufen was einem noch mehr Gewinn verspricht. Der Fan ist nicht mehr als Staffage und Konsument. 

In Europa ist man noch nicht so weit. Hier gibt es noch Menschen, die den Fußball lieben. Unglaublich für die Manager, dass die sich wehren und auf die Barrikaden gehen. Rückzug war angesagt bei den Top-Playern. So wurde die Super League erstmal abgeblasen. Das Ende der Geschichte ist allerdings noch nicht gespielt. 

Der Fußballfan muss sich keine Sorgen machen. Der Ball bleibt weiter rund und ein Spiel dauert 90 Minuten und manchmal etwas länger. Erinnerst du dich, was wir in unserer Jugend brauchten, um Fußball zu spielen? Ein Stück Rasen, einen Ball und Tore, die durch unsere Jacken markiert waren. Wir Straßenfußballer lieben das Spiel. Sponsoren brauchten wir auf jeden Fall damals wie heute nicht. Es liegt in unseren Händen.