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World Choir Games 2021 – Unmögliches möglich gemacht

Interkultur-Präsident Günter Titsch zieht positives Fazit

Bei den World Choir Games in Flandern/Belgien im November 2021 holte der Gospelchor Rejoice aus Langenberg einen Champion-Titel in der Kategorie „Gospel/Spiritual“

POHLHEIM/FERNWALD/ANTWERPEN/GENT (rge/ger), In den letzten anderthalb Jahren gab es ein Wechselbad der Gefühle für den Pohlheimer Günter Titsch und sein Team bei der Kulturorganisation INTERKULTUR in Fernwald. Der Termin für den weltweit größten Chorwettbewerb, den World Choir Games (WCG) musste aufgrund der Pandemie erstmals in der 20-jährigen Geschichte wie auch viele andere Festivals verschoben werden. Jetzt, 15 Monate nach dem ursprünglichen Termin im Juli 2020, konnten die 11. World Choir Games in Flandern/Belgien doch noch zur Erleichterung aller Verantwortlichen und vieler Chöre live vor großer Kulisse in Antwerpen und Gent veranstaltet werden. Dafür wurde in die Corona-Sicherheitsmaßnahmen für die Sängerinnen und Sänger und Gäste einiges investiert und der Impfstatus täglich elektronisch beim Einlass kontrolliert und Tests durchgeführt.  

Interkultur-Präsident Günter Titsch freute sich, über den sicheren Ablauf bei den World Choir Games in Flandern/Belgien

Entsprechend der langen Vorbereitung und der Möglichkeit des Auftritts im Wettbewerb sowie bei Gala- und Freundschaftskonzerten waren die gekommenen Chöre hoch motiviert. Insgesamt 108 Chöre aus der Gastgeberregion in Belgien und Teilen Europas, wie aus Bulgarien, Frankreich, Italien, Griechenland, Niederlande, Estland, Kosovo, Ungarn, Schweiz, Tschechien und Deutschland waren vom 30. Oktober bis 7. November 2021 dabei und sogar ein Chor aus dem fernen Iran war zur „Olympiade der Chöre“ angereist. Sie hatten zuvor alle Hürden bei der Einreise überwunden. Weitere 200 Chöre aus aller Welt hatten ihre Teilnahme Hybrid am parallel stattfindenden Online-Wettbewerb per Videoeinsendungen möglich gemacht. Sängerinnen, Sänger, Council- und Jurymitglieder aus 51 Nationen wurden so gezählt. Die World Choir Games in Flandern waren zudem fast vollständig in hybrider Form im Stream über das „Virtual Village“ rund um den Globus zu erleben. Ein Novum und eine technische Herausforderung für die Organisatoren. Günter Titsch war entsprechend zufrieden und würdigte Flandern mit den Gastgeberstädten Antwerpen und Gent. „Das Warten hat sich gelohnt und wurde belohnt mit einem fantastischen Festival des Chorgesangs.“ Das dabei auch zwei Chöre aus seinem Heimatland Deutschland mit dem Gospelchor Rejoice aus Langenberg einen Champion-Titel in der Kategorie „Gospel & Spiritual“ und die Sounding People aus Dortmund bei „Pop und Jazz“ gewinnen konnte freute ihn zudem. Das WCG-Council mit dem Netzwerk von internationalen Chorfachleuten tagte zudem in Präsenz mit zugeschalteten Teilnehmern und sendete dabei die positive Botschaft zur Wiederaufnahme der Choraktivitäten aus.  

Chor-Gäste aus Frankreich alle geimpft und getestet

Am Ende der neun Tage war das Konzept in Pandemie-Zeiten mit den entsprechenden Sicherheitskonzept aufgegangen und hatte damit für die 11. World Choir Games bis vor Kurzem noch Unmögliches möglich gemacht, dass sich Chöre wieder bei Live-Auftritten treffen konnten. „Diese World Choir Games waren aufgrund von Covid, die ungewöhnlichste Veranstaltung, die die chorolympische Bewegung je erlebt hat.“ sagte so auch ein erleichterter Interkultur-Präsident Günter Titsch. 

Jetzt blickt er schon wieder nach vorne, denn bereits im kommenden Juli 2022 werden die 12. World Choir Games in Gangneung/Südkorea stattfinden, dann wieder planmäßig.  

Was ist Heimat!?

Forum „Kopf und Herz“ mit Wissenschaft und Kultur fragt nach

Die Organisatoren vom Pohlheimer Forum „Kopf und Herz“ Nidia Ortiz und Harald Mantai mit Ortsvorsteherin Eva Saarbourg und dem Kabarettisten Dietrich Faber 

Zusammenkommen, nachdenken und Kultur genießen, dass ist das Ziel von Nidia Ortiz bei dem von ihr gegründeten neuen Forum „Kopf und Herz“ in Pohlheim unweit von Frankfurt. Gemeinsam hat die Künstlerin und Kulturmanagerin mit ihrem Ehemann, dem Sozialwissenschaftler Harald Mantai, sich überlegt, wie man im Zusammenspiel von Wissenschaft und Kunst Menschen den gemeinsamen Austausch ermöglichen kann. Am Samstag, den 13. November 2021 um 19 Uhr ist in der Volkshalle Watzenborn-Steinberg das Ergebnis ihrer Gedanken in einer Kultur- und Informationsveranstaltung live auf der Bühne zu erleben. Das ausgesuchte Thema ist dann „Demokratie und Heimat“. Denkanstöße zum Thema gibt dann der Kultursoziologe der Justus-Liebig-Universität Prof. Dr. Jörn Ahrens. Der beliebte Kabarettist Dietrich Faber sorgt mit Auszügen aus seinem Bühnenprogramm für die kulturell humoristische Note zum Nachdenken. Musikalisch wird dann Nidia Ortiz mit ihrer Stimme gemeinsam mit regionalen Musikern den Rahmen bei dieser Auftaktveranstaltung bilden.  

Nidia Ortiz, deren Wurzeln in der Karibik in der Dominikanischen Republik liegen, lebt seit 2003 mit ihrem Mann in Deutschland und hat seit fünf Jahren in der Limes-Stadt mit ihrer achtjährigen Tochter eine neue Heimat gefunden. Das Projekt ist ihr eine Herzensangelegenheit. Sie selbst ist Sängerin und Musikerin, hat aber selbst am Flughafen von Santo Domingo und als Chefsekretärin mit Menschen schon immer gerne zusammengearbeitet. Nun hat sie sich als Kulturmanagerin weitergebildet. Gerade in der jetzigen gesellschaftlichen Situation erlebt sie, dass Wissenschaftler und allgemeines Wissen hinterfragt werden. Fakenews bilden sich und so genannte Experten beherrschen die sozialen Netzwerke in Meinungsblasen. Umso wichtiger ist ihr und ihrem Mann Menschen zusammenzubringen, um damit Information und Verständnis zu fördern. Unterstützer hat sie reichlich in der Stadt Pohlheim gefunden, darunter die Watzenborn-Steinberger Ortsvorsteherin Eva Saarbourg.    

Prof. Dr. Jörn Ahrens haben sie bewusst ausgewählt, denn der gefragte Experte kann einiges zur laufenden Debatte zur Migration in Deutschland beitragen. Viel diskutierte und umstrittene Ideen einer „Leitkultur“ wurden dabei von deutschen Politikern aufgegriffen. Diese Diskussionen werden von Ängsten auf beiden Seiten dominiert. Der Kultursoziologe wird zu all dem Stellung beziehen und möchte mit den Zuhörern ins Gespräch kommen. Aufgelockert wird das alles durch Comedy-Kabarett von Dietrich Faber und Musik. Moderator dieses Abends ist Hauke Burgarth.  

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten auf www.forum-pohlheim.de oder direkt bei der VHS LK Gießen, „Kopf und Herz, Kursnummer F-4210108. Dort gibt es auch weitere Informationen. Da der Platz beschränkt ist, bitten die Veranstalter um rechtzeitige Registrierung. 

Klimawandel: Tod der Fichte folgt die Buche

Mittelhessen – Für die Spaziergänger ist das Leiden der heimischen Buchenwälder nicht offensichtlich, aber die Trockenheit der vergangenen Jahre hat auch ihnen arg zugesetzt. „Die Buchen sind schon tot, wissen es aber noch nicht.“ spitzte der Markmeister des Markwaldes Grüningen Ralf Jäkel das gegenwärtige langsame Buchensterben zu. Die ebenfalls vom großflächigen Absterben betroffenen Fichtenbestände haben in unserer Region keine Zukunft, blickte der Leiter des Forstamtes Wettenberg in eine sich weiter schnell verändernde Landschaft. 500 Hektar ehemaliger Fichtenwald stehen im Landkreis Gießen kahl oder in Aufforstung, so Jäkel. Die Forstwirtschaft habe sich den Folgen des Klimawandels zu stellen. Dementsprechend werden ehemalige Fichtenschonungen, beispielsweise mit Roteichen, Hainbuchen und Vogelkirsche in Teilen des Grüninger Markwalds in Pohlheim neu aufgeforstet.

Weiteres Thema war die Verkehrssicherung der Baumbestände entlang der Autobahn A5, die sich über die vergangenen beiden Jahre in Koordination mit Autobahn-Verwaltung und Firmen bis zu den Arbeiten hinzog. Im September 2021 konnten sie nun abgeschlossen werden. 

Der Holzpreis steigt. Inzwischen habe man sich zur Vermarktung der Forstbetriebsgemeinschaft Vogelsberg angeschlossen. Vorteil hier sei ebenso, dass man dadurch keine eigene Waldbrandversicherung benötige und somit Kosten spare. Aufgrund des vielen Schadholzes habe man die Kontingente von 861 Festmetern in den letzten beiden Jahren überschreiten müssen, bilanzierte Alberding aus den zurückliegenden Wirtschaftsplänen 2019/20. Und auch für 2021 sei die Quote aufgrund der Waldschäden schon übertroffen. 100 Prozent Schadholz sei dabei geschlagen worden. 

Am Ende warb Jäkel für die Nutzung des geschlagenen Holzes als Bau- und Werkstoff, denn es binde weiterhin den Kohlenstoff und entlaste damit den Kohlenstoffkreislauf und trage somit nicht zu dem weiter steigenden Treibhauseffekt bei. Insgesamt sei dieses Jahr für den Wald mit mehr Regen nur eine Atempause gewesen, zog er ein Fazit. Schon der September war seit drei Jahrzehnten der Trockenste.